
Hexagramm 2 · Kun · Das Empfangende
Neumond, 14. Juni 2026
Tradition Das I Ching — "Buch der Wandlungen" — entstand in China über mehrere Jahrhunderte, seine schriftliche Form geht auf die Zhou-Dynastie (ca. 11. Jh. v. Chr.) zurück. Ein Hexagramm besteht aus sechs übereinandergelegten Linien, gebrochen oder durchgezogen, die durch Münzwurf oder Schafgarbenstäbe bestimmt werden. Zum Neumond wird traditionell Kun gezogen: sechs gebrochene Linien. Es steht für das Empfangende, Stille, das fruchtbare Dunkel vor dem Aufbruch.
Wissenschaft / Psychologie Wissenschaftlich belegt ist das I Ching nicht als Orakel. Als Reflexions-Werkzeug wird es jedoch in der analytischen Psychologie C. G. Jungs beschrieben — Jung sah im Zufalls-Bild einen Spiegel für unbewusste Zustände. Die Forschung zu "Externalisierung" zeigt: Gedanken, die wir in ein äußeres Symbol übersetzen, werden greifbarer und leichter bearbeitbar.
Persönliche Frage Was beginnt in dir gerade im Verborgenen — etwas, das noch keine Form hat, aber doch schon da ist?
Bleibe kritisch. Nimm nur mit, was dich rührt.
— Redaktion CelestialSoul