
Schatten und Spiegel
Carl Gustav Jung beschrieb in den 1940er Jahren den „Schatten" als jenen Teil der Psyche, der aus dem Bewusstsein verdrängt wurde – nicht nur das Dunkle, auch ungelebte Staerke. Anima und Animus nannte er die inneren Gegenpole, kollektives Unbewusstes den geteilten Grund menschlicher Bilder und Mythen. Alte Traditionen kannten aehnliche Figuren laengst: Doppelgaenger, Schutzgeister, das andere Gesicht im Wasser.
Empirisch laesst sich das kollektive Unbewusste nicht nachweisen, dafuer fehlt eine pruefbare Grundlage. Die Schatten-Idee als Reflexionswerkzeug findet sich jedoch in der Psychotherapie wieder, etwa in der Arbeit mit verdraengten Gefuehlen und Projektionen: Was uns an anderen besonders stoert, sagt oft mehr ueber uns selbst als ueber sie. Diese Beobachtung ist in der klinischen Praxis gut belegt.
Der Halbmond waechst gerade – eine Phase, die viele fuer Bilanz und Klaerung nutzen, ohne dass sich das astronomisch begruenden liesse.
Welche Eigenschaft an anderen bringt dich zuverlaessig auf die Palme – und wo koennte sie, gut versteckt, auch in dir wohnen?
Bleibe kritisch. Nimm nur mit, was dich beruehrt.
— Redaktion CelestialSoul