
Der Mond, fast voll, wächst auf sein Maximum zu – und erinnert an eine Praxis, die nichts mit Zunehmen zu tun hat: Anicca, die buddhistische Lehre von der Vergänglichkeit.
Tradition: Im Palikanon, vor über 2.500 Jahren in Nordindien formuliert, gilt Anicca als eine der drei Daseinsmerkmale neben Dukkha (Leid) und Anatta (Nicht-Selbst). Nichts Zusammengesetztes bleibt bestehen – jeder Zustand, jede Emotion, jeder Gedanke entsteht und vergeht. Meditierende üben, dieses Fließen direkt zu beobachten, statt es nur zu glauben.
Wissenschaft: Die Impermanenz-Betrachtung findet sich heute in MBSR- und Achtsamkeitsprogrammen wieder. Studien zur Emotionsregulation (u. a. Farb et al., 2010, im Journal Emotion) zeigen: Wer Gefühle als vorübergehende Ereignisse statt als fixe Zustände wahrnimmt, reguliert sie nachweislich leichter. Der neurobiologische Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt – die Korrelation zwischen Beobachtungsdistanz und emotionaler Stabilität aber wiederholt bestätigt.
Frage: Welcher Zustand fühlt sich in deinem Leben gerade endgültig an – und was würde sich ändern, wenn du ihn nur als eine Phase betrachtest?
Bleibe kritisch. Nimm nur mit, was dich berührt.
— Redaktion CelestialSoul